Unterbewusstsein beeinflussen

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Unterbewusstsein beeinflussen

Welche Macht hat das Unterbewusstsein?

Die Macht des Unterbewusstseins ist viel diskutiert und selbst von Forschern genauer betrachtet worden. Doch was steckt hinter unserem Unterbewusstsein und wie können wir die Macht des Unterbewusstseins für uns nutzen?

Was ist das Unterbewusstsein?

Von vielen Mentaltrainern wird der Begriff Unterbewusstsein als ein Wundermittel angepriesen. Eigentlich gehört er zur Tiefenpsychologie. Dennoch lässt sich das Unterbewusstsein nicht wissenschaftlich belegen oder beweisen.

Stellen wir uns Urzeitmenschen vor, die auf der Flucht vor wilden Tieren sind. Spontan ergreifen sie die Flucht, stürzen sich ins Dickicht oder eine dunkle Höhle ohne zu überlegen und entscheiden intuitiv oder aus dem Bauchgefühl heraus. Heute würden wir sagen, das Unterbewusstsein hat diese Menschen in einer Situation geleitet, in der sie nicht die Zeit hatten, zu überlegen. Bruchteile einer Sekunde entscheiden in bestimmten Situationen über Leben oder Tod – dann schaltet sich das Unterbewusstsein ein und die Handlungen des Menschen erfolgen automatisch und unwillentlich. Wir sagen „das habe ich aus dem Affekt heraus gesagt“, wenn eine Handlung ohne vorher zu überlegen erfolgt.

Wir meinen, unsere Handlungen verlaufen meistens bewusst. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Prozesse im Gehirn sind unbewusster Art. Wir denken nicht darüber nach, wenn wir laufen, essen Autofahren, verdauen, fühlen und so weiter. Meistens handeln wir aus einem automatisieren Lernprozess heraus. Multitasking-Prozesse wie essen während dem Gehen und eine gleichzeitige Unterhaltung wären völlig unmöglich. Würden wir darüber bewusst nachdenken, wie man geht, Auto fährt oder dergleichen, wäre unser Gehirn mit jenen Denkprozessen überfordert und wir wären in unserem Handeln beschränkt und würden stark verlangsamt oder unkoordiniert handeln. Außerdem entlastet das Unterbewusstsein die Reizaufnahme von außen. Visuelle oder akustische Reize während einer Tätigkeit können wir vollkommen ausblenden – das Unterbewusstsein jedoch nimmt sie wahr.

Entscheidungsprozesse im Gehirn finden unbewusst bereits statt, bevor wir uns bewusst entscheiden. Forscher haben zudem festgestellt, dass ein gezeigtes Bild in Sekundenbruchteilen Reize im Gehirn auslösen kann. Außerdem gaben sie an, dass aus den unbewussten Gehirnreaktionen schon Sekunden vor der Entscheidung die bewussten Reaktionen des Gehirns vorhersehbar sind. Somit könnte man sagen, das Unterbewusstsein ist jener Teil im Gehirn, der unwillentlich über unser Handeln entscheidet, bevor wir uns entscheiden, was wir überhaupt möchten. Auf der anderen Seiten können wir unbewusst eingeleitete Prozesse und Bewegungen bewusst unterbrechen oder steuern.

Neben dem Unterbewusstsein gibt es noch das Unbewusste. Diesen Begriff prägte Sigmund Freud. Er meinte damit vielmehr Verdrängtes, Ungewolltes, welches unbewusst in uns schlummert. Wie z.B. Ängste oder Sorgen. Das Unbewusste sollte nicht mit dem Unterbewusstsein verwechselt werden. Während das Unterbewusstsein in sekundenschnelle Entscheidungen treffen kann, unsere Umgebung unbewusst scannt, Prozesse im Körper steuert und daher wie der Kapitän eines Schiffes betrachtet werden sollte, ist das Unbewusste die Ansammlung von Informationen, die wir mehr oder weniger verdrängt oder vergessen haben.

Wie funktioniert das Unterbewusstsein?
Ich habe bereits erwähnt, dass es keine wissenschaftlichen Belege für das Unterbewusstsein gibt. Daher können wir in diesem Fall von Annahmen ausgehen, wie das Unterbewusstsein funktioniert. Grundsätzlich steuert das Unterbewusstsein im Hintergrund – also hinter unseren bewussten Handlungen. Es spiegelt unsere Intuitionen oder unser sogenanntes Bauchgefühl. Greifen wir zum Beispiel zufällig nach einem Gegenstand ist es nicht unsere bewusst gesteuerte Handlung, sondern die des Unterbewusstseins. Man geht davon aus, dass Kinder weitaus intuitiver handeln als Erwachsene. Je älter wir werden, desto mehr handeln wir aus dem Bewussten heraus. Oft sagen Erwachsene zu Kindern, sie sollten erst nachdenken, dann handeln. Das liegt zumeist daran, dass Kinder aus ihrem Instinkt heraus handeln. Speziell bei Kleinkindern und Babys sind Bewegungen und Reaktionen vorwiegend intuitiv statt durchdacht. Dieses intuitive Handeln beruht nicht zuletzt auf der Evolution der Menschheit und ihrem Überlebenstrieb.

Das Unterbewusstsein funktioniert im Hintergrund. Man sagt, wir fällen bis zu 90 % unserer Entscheidungen unbewusst. Unsere unbewusste Handlung oder Denkweise basiert zumeist auf eingelernten Verhaltensmustern, Glaubensvorstellungen, Überzeugungen, Wertvorstellungen, Gefühlen aber auch aufgrund unseres Nervensystems. Unser Unterbewusstsein ist geprägt von Erfahrungen, Erinnerungen, Erlebnissen und nicht zuletzt durch unsere erfahrene Erziehung. Diese Einflüsse, die bewusst auf uns eingeströmt sind oder weiterhin einströmen, beeinflussen unsere Handlungen indirekt. Das Unterbewusstsein ist jener Teil von uns, der uns nicht direkt greifbar ist, der aber unsere Persönlichkeit nach außen repräsentiert. Unentwegt fällt es Entscheidungen und löst Prozesse in uns aus, nimmt Informationen auf und reagiert intuitiv.

Wie wird unbewusst auf uns Einfluss genommen?
Da unser Unterbewusstsein unentwegt Informationen speichert, die unser Bewusstsein überfordern würden, kann aktiv auf das Unterbewusstsein Einfluss genommen werden. Speziell in der Werbung finden sich einige interessante Techniken, wie auf das Unterbewusstsein der Menschen Einfluss genommen werden kann.

Alle Informationen im Fernsehen oder in den Medien, die im Hintergrund eines Geschehens gezeigt werden, können unser Handeln nachhaltig beeinflussen. Productplacement ist ein Stichwort. Dabei handelt es sich um Produkte, ohne sie herauszuheben, die in Filmen dargestellt werden. Bilder, die in Bruchteilen einer Sekunde eingeblendet werden, nimmt unser Unterbewusstsein im Gegensatz zu unserem Bewusstsein wahr und beeinflusst unsere Wünsche und Konsumentscheidungen. Auch Worte wirken unterbewusst auf uns ein. Das kennen wir z.B. von dem Wort „aber“. Wir können unser Gegenüber mit einer Lobeshymne umschmeicheln. Kaum benutzen wir das Wort „aber“, verliert jede gut gemeinte Aussage ihre Bedeutung. Negative Slogans an Plakaten oder Schriftzügen an Wänden etc. beeinflussen seine Betrachter unbewusst und lösen in ihm Versagensängste aus. Alle positiven Schriftzüge wecken unbewusst in uns unsere Kräfte.

Wir sollten negative Wörter wie Problem etc. meiden und durch positive wie z.B. Lösung im täglichen Sprachgebrauch ersetzen. Oder zumindest auf unsere Wortwahl achten.

Die Werbung nutzt dieses Prinzip in Schriftzügen, indem sie an Markennamen positive Slogans oder Symbole, wie zum Beispiel einen Haken nach oben knüpft. Aus einem gewöhnlichen A im Markennamen wird ein A mit Smiley zwischen den Schenkeln des A‘s und dergleichen. Leicht abgeänderte bekannte Zeichen mit positiven Abwandlungen lösen in uns unbewusst Vertrautheit aus.

Wie kann ich das Unterbewusstsein für mich nutzen?
Wer kennt es nicht – den Begriff „Die Macht des Unterbewusstseins“? Wir können uns mit eigenen Slogans bewusst manipulieren. Farben unserer Kleidung, unsere Raumgestaltung wirkt unbewusst auf unser Unterbewusstsein. Musik im Radio oder auch Schlagzeilen in den Nachrichten können schon mit einem Signalwort in uns unsere Denkprozesse unbewusst stimulieren. Es gibt spezielle Affirmationen, die durchgehend positiv formuliert sind und unser Unterbewusstsein steuern können. Dazu können wir z.B. Affirmationen – also positiv formulierte Sätze bewusst oder unbewusst anhören, sprechen oder irgendwo in der Wohnung aufhängen. So können diese Schritt für Schritt in unser Unterbewusstsein übergehen. Auch sollten wir einen kritischen Blick auf unsere Raumgestaltung und Kleidung werfen. Gibt es negative Elemente, gehören diese entfernt, da sie uns nachhaltig negativ stimmen, statt uns zu bestärken.

Ein gezieltes Mentaltraining, mit dem Einsatz der eigenen Vorstellungskraft kann helfen, über sich hinaus zu wachsen und innerlich zu reifen. Dazu gehören unter anderem geführte Meditationen, autogenes Training aber auch Hypnose und dergleichen. Spezielle mentale Techniken werden von ausgebildeten Trainern vorgenommen. Wir können aber auch selber mit einfachen Affirmationen unser Unterbewusstsein beeinflussen. Wichtig ist, dass unser Unterbewusstsein das Wort „nicht“ unbekannt ist. Formulieren wir den Satz „ich gebe nicht auf“ registriert unser Unterbewusstsein – „ich gebe auf“. Das Wort nicht wird ausgeblendet. Somit wäre eine positive Formulierung „ich schaffe das“ oder „ich bin stark“, die wir nutzen können.

Folgende Beispiele stellen positiv formulierte Affirmationen dar, die jeder für sich spielend nutzen kann.
„ich bin erfolgreich“
„ich kenne mein Ziel“
„ich bin stark“
„ich bin mutig“
„ich bin gesund“
„ich bin schlank“
„ich kann das“
„ich bin klug“
„ich bin attraktiv “
etc.

Das Ziel, das wir uns setzen können wir für uns notieren und sichtbar machen. So dass wir es unbewusst jeden Tag, wie am Spiegel angebracht, unbewusst wahrnehmen können.

Wer lieber mit seiner Vorstellungskraft arbeitet, kann sich in Gedanken vorstellen, wie er sich in einer positiven Situation befindet – z. B. In Gedanken wird Reichtum, Gesundheit oder ein anderes Ziel durchlebt noch bevor es eingetroffen ist. Auf diese Weise stellen wir unser Unterbewusstsein auf unser Ziel ein.

Fazit

Neben dem bewussten und aktiven Handeln werden unsere Aktionen von unbewussten Prozessen in unserem Geist geprägt. Unbewusste Reaktionen können von außen gesteuert werden. Lange Zeit ist die unbewusste Handlung der Menschen bekannt und wird auch bewusst durch Werbung etc. beeinflusst. Wir können aber auch selbst auf unsere Denkprozesse und Einstellungen im Leben Einfluss nehmen und aktiv an unserem Unterbewusstsein arbeiten. Das Unterbewusstsein ist nichts Fremdes – es ist ein ständiger Teil von uns und aus der Evolution der Menschheit hervorgegangen ist. Wir können ihn positiv beeinflussen und unser Handeln nachhaltig positiv und erfolgreich stimmen, wenn wir es möchten.

Quellen Inhalt: https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/gibt-es-ueberhaupt-bewusstsein-ohne-unterbewusstsein

Quellen Fotos: pixabay.com