Herzchakra und Herzenergie

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Herzchakra und Herzenergie

Das Herz und die Liebe gelten seit eh und je als Symbole für Verliebtheit und Romantik. Doch ist es wahrscheinlicher, das die wahre Symbolik des Herzens eine weitaus tiefere Bedeutung hat als wir annehmen.
Die Symbolik des Herzens zieht sich durch unsere Philosophien wie kein anderes Symbol. In den  Weltreligionen taucht diese immer wieder auf. Beim näheren Hinsehen kristallisiert sich das Herz nicht nur als Zentrum für Emotionen und Gefühle, sondern als essentieller Eckpfeiler für unsere geistige Entwicklung.

Bevor ich tiefer auf das Thema Herz eingehen möchte, denke ich, dass die Symbolik des Herzens sich nicht auf das menschliche Organ bezieht, sondern vielmehr auf das energetische Herzzentrum. In diesem Zusammenhang finden wir im Yoga die Nadis, welche nichtphysische bzw. feinstoffliche Energiekanäle im Körper darstellen sollen. Diese spielen auch in der chinesischen Medizin eine Rolle. Aus dieser Sicht stehen sie in enger Beziehung zum Bewusstsein. Deshalb wird die Symbolik des Herzens in den verschiedenen Philosophien höchstwahrscheinlich nicht mit dem Organ als solches gemeint sein, sondern viel mehr als energetisches Zentrum des menschlichen Körpers.

Die innere Einstellung, Haltung unsere Empfindungen oder unser Charakter, der auf unserem Verständnis zu Herz und Liebe fußt, entspricht demnach dem Herzgefühl auf philosophischer Ebene. In diesem Fall findet man im Herzen sowohl positive Aspekte wie Herzwärme, Liebe, Mitgefühl und Hingabe wie auch Hass, Gier oder andere negativen Aspekte wie „Herz aus Stein“.

Symbol des Herzens aus antiker Sicht


Bereits die alten Ägypter thematisierten das Herz im sogenannten Totengericht. Dieser Philosophie zufolge wurde das Herz eines Verstorbenen gegen das Gewicht der Feder der Maat gewogen. Je mehr Verfehlungen an einem Herz hafteten, desto schwerer wog diesem Ansatz zufolge das Herz des Toten. Jene Seele, deren Herz „federleicht“ war, durfte zu Osiris Thron aufsteigen. Das Herz reflektierte in diesem Zusammenhang die Reinheit der Seele oder des Charakters eines Menschen.
Hinduistische Sicht auf das Symbol des Herzens

„Dieser ist meine Seele (atman) im innern Herzen, kleiner als ein Reiskorn oder Gerstenkorn oder Senfkorn oder Hirsekorn oder eines Hirsekornes Kern; Dieser ist meine Seele im innern Herzen, größer als die Erde, größer als der Luftraum, größer als der Himmel, größer als diese Welten“.
 Übersetzung von Deussen, Chandogya Upanishad 3.14

Von zentraler Bedeutung ist das Herz im Hinduismus. Dort wird auch das Chakra auf Höhe des Herzens namens Anahata mit der Symbolik eines zwölfblättrigen Lotus und sich zwei kreuzenden Dreiecken symbolisch dargestellt und dem Herzen zugeordnet.
In der Bhagavad-gītā finden wir Hinweise auf den Bezug zwischen der Materie und der geistigen Kraft Gottes, der Loslösung vom Irdischen und der Zuwendung an Gott. Dort erklärt Krishna „Māyā, die äußere Energie, ist sehr, sehr mächtig. Es ist nahezu unmöglich, sie zu überwinden.“ Den Weg zu Gott, der durch die Läuterung des Herzens erfolgen kann, schildert Krishna wie folgt „Indem man sich einfach Mir ergibt, bleibt man von dem Angriff der materiellen Natur verschont.“ Krishna erklärt deutlich, dass es unsere höchste Aufgabe ist, sich von der Materie zu lösen, den Läuterungsweg zu gehen, um Gott zu erkennen und sich selber als höchst geistiges Wesen wahrzunehmen.
Wer sich  einmal mit Yoga beschäftigt hat, kennt die Läuterung des Herzens. Yoga kennt dazu einen Königsweg. Visuell dargestellt, befindet sich das Herz-Chakra im Zentrum der Haupt-Chakrenreihe.  Allein das Symbol des Herz-Chakras ist voller Symbolcharakter und trägt tiefe Weisheiten in sich, die auch in anderen Weltreligionen und der Mystik zum Tragen kamen.

Buddhistische Sichtweise auf das Herz

Auch im Buddhismus spielt das Herz, die Liebe und Läuterung des Herzens eine wichtige Rolle.  Das Vatthūpama Sutta, Das Gleichnis vom Kleide schildert die verschiedenen Trübungen des Herzens. Auch gibt es im Buddhismus einen eindeutigen Bezug zwischen dem Herzen, der Seele und der Wunsch-Kraft des Menschen. Wir können hier eine Art Magnetismus des Herzens ableiten.
Das Zitat Buddhas, welches uns unseren Weg aufweist, finden wir in ähnlicher Form auch in christlichen Anschauungen wieder. Im folgenden Zitat erkennt man sogar eine Parallele zum Totengericht der Ägypter zur Zeit der Antike.

Biblische Sichtweise auf das Herzsymbol

Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
Matthäus 5:8 | LUT |

Gleich zweifach kann dieses Zitat ausgelegt werden. Essentiell wichtig ist die Reinheit des Herzens und somit der Seele, welche auf diesem Weg zu Gott findet. Auch finden wir an dieser Stelle einen Bezug zum Herzmagnetismus. Ein Herz frei von Belastungen wird sozusagen magnetisch von Gottes Liebe angezogen. Demnach entspräche das sogenannte reine Herz jener Energiefrequenz, die von Gott ausgesendet wird. Das menschliche Herz, welches mit der göttlichen Energie übereinstimmt, kann mit Gottes Energie verschmelzen. Der folgende Vergleich aus der Bibel visualisiert uns ganz deutlich den Herzmagnetismus, der stets das anzieht, was unser Herz begehrt.

Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Matthäus 6:21 | LUT

In der Bibel ist das Herz ein Symbol für Wünsche, Gefühle, Reinheit der Seele ja sogar für einen Behälter, in dem der Geist Gottes zu finden ist.

„denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Römer 5:5 | LUT

Aus dieser Sicht wird das Herz als Sitz unserer Seele betrachtet. In ihm ist Geist ist unser Lebensfunke sowie Lebensenergie zu finden, der magnetisch und energetisch betrachtet werden sollte.

Welche mystischen Entsprechungen gibt es zum Symbol des Herzens?

Herzenergie

Das Herz, an welches wir Harmonie, Zweisamkeit, Verbundenheit und Romantik knüpfen, hat in seinen Ursprüngen eine weitaus tiefere Symbolik. Dieser symbolischen Darstellung des Herzens  sind auch Kabbalisten & Mystiker nachgegangen.

Eine mögliche Interpretation der bildhaften “Herzdarstellung“ liegt in dem Symbol, wie wir es heute von einem einfachen Kartenspielen kennen. Denn in der Urversion und historischen Karten wurde das Herz zum Teil als Kelch dargestellt. Der Kelch aber stand für ein Gefäß, den verborgenen Schatz,  und Symbol für Wasser und somit Leben analog der Bezeichnung „Kelch des Lebens“.

Das Symbol des Herzchakras erlaubt ebenfalls Spekulationen zu seiner ursprünglichen Bedeutung. Die zwei Dreiecke – der Davidsstern in diesem Zeichen - versinnbildlicht zwei aufeinander strömende Kräfte. Wir können darin Körper und Seele interpretieren, aber auch die Verschmelzung von geistiger und materieller Ebene, Himmel und Erde und somit dem kosmischen Gesetz der Polarität.

Gerne wird diese Verschmelzung der gegensätzlichen Kräfte mit dem Atem in Verbindung gebracht, indem der Odem in den Menschen eingehaucht wird und ihn beim Ableben wieder verlässt. Darin findet sich die abstrakte Betrachtung des Kreislaufs des Lebens, der durch Leben und Tod ausgedrückt wird.

Interessant hier auch die zwölf Blütenblätter des Chakra-Symbols, denn die Zahl zwölf hat auch starken Symbolcharakter. 12 Monate beinhaltet ein Jahreskreislauf, 12 Stunden hat ein Tag und auch 12 Apostel begleiteten Jesus. Die Zahl 12 erhält in der Bibel eine zentrale Bedeutung. So finden wir sie auch in der Beschreibung des himmlischen Jerusalems. U.a. hat dieses 12 Tore mit den 12 Namen der Kinder der Stämme Israels und 12 Grundsteine und auf Ihnen die zwölf Namen der 12 Apostel – Offenbarung. 21, 12-14. Auch gibt es hier einen Hinweis auf 12 Perlen, die die Tore der Stadt schmücken. Offenbarung 21, 19-21.

Es kann durchaus sein, dass die 12 einen Kreislauf des Lebens in der hinduistischen Darstellung des Herzchakras darstellt. Denn diese 12 Monate im Jahreskreislauf durchlaufen wir Jahr für Jahr. Die 12 Tore in der Offenbarung mit den zwölf Grundsteinen und Perlen können ebenso auf einen Fortschritt der geistig-menschlichen Entwicklung hindeuten – hin bis zum geläuterten Herzen, welches federleicht auf der Waagschale liegt, von Perlen geschmückt wird, so dass es schließlich im Kreislauf des Lebens den Weg zum höchsten Thron Gottes erreicht.

Unser reines, geläutertes Herz wird in diesem Fall zum Kelch des Lebens, in den der Geist Gottes fließt und somit zu unserem Weg wird, wie es Buddha nannte.

Lutherbibel 1912
Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst.

Welche Erkenntnisse über das Herz kennen wir heute?
In der heutigen Grenzwissenschaft spielt insbesondere der Magnetismus und die Intelligenz des Herzen eine tragende Rolle. Während es begründete Einwände gibt, dass ein Herz nach einer Herztransplantation das Gedächtnis und die Intelligenz verlieren würde, gibt es aus grenzwissenschaftlicher Sicht das Gegenargument, die wahre Intelligenz würde im energetischen Herzzentrum und daher dem Herzchakra in der Nähe des Herzorgans liegen. Doch vielleicht widersprechen sich beide Argumente nicht, sondern beflügeln sich gegenseitig?
Kann es sein, dass das organische Herz aufgrund seiner enormen Leistung im Körper, indem es ständig Blut durch den Körper pumpt dadurch das energetische Herzzentrum im Körper antreibt oder das Herzchakra – das energetische Herz dem organischen Herzen Impulse zum Weiterschlagen gibt?
Das menschliche Herz ist aus heutiger Sichtweise nicht nur eine Pumpe, die Blut durch den Körper pumpt, sondern verfügt sogar über ein Netz von Nervenzellen. Auch geht man davon aus, dass das Herz mit dem Gehirn oder anderen Organen kommuniziert. Dieser Informationsaustausch soll auf den Nervenbahnen durch minimale elektrische Impulse erfolgen.

Die Forscher kamen auch zu dem Ergebnis, dass zudem Gefühle auf die Funktionalität des Herzens Einfluss nehmen können. Negative Gedanken würden sich negativ auf das Herz auswirken, während positive es positiv stimulieren könnten. Es wäre daher durchaus möglich, dass das Herzmagnetfeld eines Menschen die Verstärkung der eigenen Gefühle und Gedanken darstellt und als solches unser Empfinden an die Umwelt verstärkt und überträgt. Gefühle wie Sympathie, Empathie und Abneigung zwischen zwei Menschen könnten wahrscheinlich auf diese Weise beeinflusst werden. Und beim Gesetz der Resonanz eine bedeutende Rolle spielen.

Wie können wir mit den Erkenntnissen über unser Herz umgehen?
Viele Probleme, denen wir im Alltag begegnen, erschaffen wir selber. Falsche Denkmuster, die sich unserem Fühlen im Herzen widersprechen, führen uns in ungewollte und unangenehmen Situationen. Dann zwingt der Magnetismus unseres Herzens unsere Umgebung auf, uns diese Missstände zu zeigen, wenn uns unsere Umwelt signalisiert, dass etwas nicht stimmt. Folgen wir dem Ruf unseres Herzen und erhören unsere Schreie tief aus unserer Seele, so fühlen wir uns wohl und fangen an die scheinbare Polarität zwischen rationellem Denken und geistigen Fühlen aufzulösen. Dann erschaffen wir uns den „Himmel auf Erden“.

Doch wie können wir den Weg des Herzens finden?

Aus der Meditation ist die Kraft der unendlichen bedingungslosen Liebe bekannt. Es soll jene Kraft oder Energie sein, die unser Herz mit der Energie des Kosmos verbinden soll. Jeder kann in der Meditation oder einem Augenblick der Stille in sein Herz fühlen und sich gedanklich dazu vorstellen, wie er sich mit der Energie der bedingungslosen kosmischen Liebe verbindet. Auch Affirmationen können dafür sehr hilfreich sein, um unser Unterbewusstsein darauf einzustellen.
Die Affirmationen dazu lautet: „Jetzt verbinde ich mich mit der unendlichen, bedingungslosen Liebe“ 


Eine Herzckakra- Mediation kann uns helfen seelische Blockaden, die auf unserem Herzen lasten, zu lösen. Dazu begibt man sich in einen meditativen Zustand und stellt sich das Herzchakra in Form eines Trichters vor dem Körper vor. Gedanklich lässt man die Energie des Kosmos in das Herzchakra einfließen und am Rücken wieder durch einen Trichter abfließen. Dieses Chakra kann verschlossen oder gar verschmutzt sein. In diesem Fall kann man sich visuell vorstellen, wie es sich öffnet und verschmutzte Energie durch dieses Chakra am Rücken heraustritt. Außerdem sollte die Energie im Chakra gedanklich immer in Rotationsbewegung sein.


Die polare Darstellung des Chakras erinnert an den Atem. Diesen können wir speziell zum Wohlempfinden des Herzens einsetzen. Das bewusste Wahrnehmen des Atems und ein Atemtraining kann sich auch positiv auf das Herz auswirken.
Bereits die bewusste Atmung mit dem Fokus auf den Brustkorb und Bauchbereich ist dazu sehr hilfreich.
Wer eine einfache Atemübung des Qi Gong für sich nutzen möchte, atmet durch die Nase ein, leitet gedanklich den Atem bis zum Bauchraum. Dieser wird stets als helle Energie vorgestellt. Der Körper, das Heben des Brustraums und der Bauchdecke sollten dabei bewusst wahrgenommen werden. Ist man gedanklich im Bauchraum angekommen, verändert sich die Vorstellung, indem dunkle, verbrauchte Energie durch den Mund ausgeatmet wird. Die Zungenspitze bleibt vorzugsweise beim Ausatmen gegen die obere Zahnreihe gepresst.

Raja-Yoga
Das Raja-Yoga ist die Königsdisziplin des Yoga mit dem Ziel die Erweiterung und Läuterung des Herzens zu erreichen. Die Eckpfeiler dazu sind Charakterbildung, Läuterung, Körperbeherrschung, Atemarbeit, Geistige Innenschau, Konzentration, Meditation die schließlich zur Bewusstseinserweiterung. Diese Elemente geistiger Bildung haben keinesfalls an Wirkung eingebüßt, wir können sie bewusst für unser Seelenheil einsetzen und als Richtungsgeber  betrachten.

In der Ruhe fangen wir an, uns selber zu erkennen. Zusammenhänge werden deutlich, Chaos, Ängste und Sorgen fangen an an Bedeutung zu verlieren. Dazu sollten wir uns bewusst eine kurze Auszeit am Tag gönnen. Die Auszeit erlaubt es uns sich zu fokussieren, zu sammeln und uns als solches wahrzunehmen. Während dieser Auszeit sollten wir stets im Gefühl der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit verweilen. Die Konzentration auf den Atem kann dabei hilfreich sein. Wir lassen die Gedanken kommen und gehen ohne sie zu bewerten und treten in die Rolle eines neutralen Betrachters.

Achtsamkeit praktizieren
Unsere aktiven Gedanken beeinflussen unser Herzempfinden, daher ist bewusst auf positive Gedanken und Haltungen achten, um das Herz von negativen Gedankenmustern zu schützen und zu entlasten.

Der Weg der Liebe
Handeln wir stets aus der Liebe heraus, empfinden Mitgefühl und Mitleid, verfolgen wir den Weg der Hingebung und Vergebung, so gehen wir den Weg des Herzens und schließen Frieden mit unserer Umwelt.

Fazit
Das Herz ist aus philosophischer Sicht der Sitz unserer Seele, es spiegelt die Verschmelzung von Seele und Materie mit der Aufgabe sich an unser geistiges Erbe zu erinnern und sich über die Polarität in der Materie zu erheben um ein Gefäß für den Geist Gottes zu werden. Der Magnetismus des Herzens und seine Intelligenz spiegeln die Eigenschaften unserer Seele wieder. Was immer unser rationales Denken bestimmt, beeinflusst unsere Gefühle und unsere Ausrichtung auf Himmel und Erde. Unsere Aufgabe ist es, den Weg des Herzens zu gehen, in uns zu blicken und den Ruf unseres Herzens zu erkennen, die Gefühle des Herzens über die unseres rationellen und materiellen Wesens zu stellen, statt sich von ihnen beeinflussen zu lassen. Wenn sich unsere Seele mit Sitz im Herzen über unser rationelles Denken des Gehirns erhebt, statt sich diesem unterzuordnen, sind wir auf dem richtigen Pfad.
Das Ziel sollte es sein, die Seele über die irdischen Begierden des rationellen Denkens zu stellen, uns auf die göttliche Liebe, auf die göttliche Energie zu fokussieren um damit zu verschmelzen. Es ist ein steiniger Weg, da er sich mit dem materiellen Denken dieser Welt widerspricht. Es ist jedoch der Weg des Herzens den Buddha aber auch Jesus meinten.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ Johannes 14,6

Quelle Fotos: pixabay.com