Die Elemente - Lehre

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Die Elemente - Lehre

Blicken wir uns in unserer Welt um, so stellen wir relativ schnell fest, dass wir von „ETWAS“ umgeben sind. Immerhin stehen wir nicht in einem leeren Raum, der vom ewigen Nichts durchdrungen ist. In der hiesigen Welt sind wir durch und durch von Materie umgeben. Soweit das Auge reicht blicken wir entweder in die Natur, unsere Stadt oder in die Weiten des Kosmos über unseren Köpfen. Der Mensch an sich lebt in einem Raum, der von Elementarteilchen durchdrungen und beherrscht wird. Diese Elementarteilchen können sich in ihrer Erscheinungsweise sehr vielfältig darstellen. Ihre Natur und ihr Wesen unterscheiden sich nach der Art Ihres Zustandes. Keine Angst, ich möchte im Folgenden keine wissenschaftlichen Weisheiten widergeben, nur den Aufbau der Materie grob skizzieren.

In der Physik werden diese Elementarteilchen als Atome bezeichnet. Atome verfügen über einen Atomkern, der sich Neutron und Proton zusammensetzt. Dieser positiv geladene Kern (+) wird wiederum von einem negativ geladenen Elektron(-) umkreist. Ich finde diese Betrachtungsweise der Materie sehr ansprechend, da sie mich bei näherer Betrachtung an unser Sonnensystem erinnert. Denn auch in unserem Kosmos drehen sich die Planeten fortlaufend  um ihre Sonne und die Monde um ihre Planeten etc. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei einem Atom und das nicht endende Spiel von Plus und Minus- Kräften, also von Yin und Yang etc. Blicken wir auf unser Sonnensystem, so sagte auch einst Viktor Schauberger, dass auch das Spiel zwischen Erde und Sonne einem Wechselspiel von positiven und negativen Energien gleiche. Atome sind nicht alle von gleichen Eigenschaften.

Je nachdem, wie die Verteilung der Elektronen um den Atomkern ausfällt, verändert das Atom seine Erscheinungsform. Diese unterschiedlichen Erscheinungen der Atome kennen wir aus dem uns bekannten Periodensystem und der dazugehörigen Elemente. Materie besteht demzufolge nicht nur aus einem einzigen Element, sondern aus einer Vielzahl von Elementen. In den irdischen Kulturkreisen kannte man die Lehre um die Atome schon seit dem 6. Jahrhundert vor Christus. Dort wurden Atome und deren Aufbau in der Mahabharata wiedergegeben. Wissenschaftlich wurden die Atome erst im 17. Jhd. aufgegriffen. Es ist an dieser Stelle nahezu erstaunlich und schockierend zugleich, welche Defizite die Wissenschaft über Jahrhunderte aufarbeiten musste, um auf den Stand aufzuschließen, der sich in einem Kulturepos verbirgt!

us dem Wissen um die Verschiedenartigkeit der Atome und daraus resultierenden Elemente gipfelte im Laufe der Zeit die vier Elemente-Lehre bzw. die chinesische fünf Elemente-Lehre. Diese fassen der Einfachheit halber die groben Elemente zusammen, durch welche unser Lebensraum im Laufe seiner Evolution geprägt.

Die vier Elemente -Lehre

Sein Vater ist die Sonne,
seine Mutter der Mond.
Der Wind hat es in seinem Bauch getragen.
Seine Nährmutter ist die Erde.

Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos

Sprechen wir in unserem Sprachgebrauch über Elemente, so gehen wir von der westlichen Vier- Elemente- Lehre aus. Abgesehen davon wird der Zahl vier in unserer westlichen Welt eine besondere Bedeutung beigemessen. Vier ist die Zahl, in der sich nach unserem Sprachverständnis die Materie ausdrückt. Gleichsam verweist die Vier auf die Beziehung zwischen Geist und der Erde. Die Vier spielte schon in den altgriechischen Schulen des Pythagoras eine essentielle Rolle. Eine der damaligen Lehren war, dass ein Schüler die Zahlen bis vier zählen sollte. An dieser Stelle wurde mit dem Zählen aufgehört. Warum war dies so?

Welche Rolle spielt die vier bis heute? Blickt man auf die Aussagen von Friedrich Weinreb, der sich sein Leben lang mit den biblischen Inhalten auseinander gesetzt hat, so beschreibt dieser, die Zahl vier als den Ausdruck der Materie und dem Austritt des Geistes aus der Nähe Gottes. Die Steigerung der Vier sieht er in der 40 und noch vielmehr in der Zahl 400. Welche absolute Distanz zu Gott ausdrücken soll. Diese Entfernung zu Gott und der alles durchdringenden Energie kann nur überwunden werden, wenn wir die Aufgaben, welche die Zahl 4 in sich birgt erfüllen können.

Die Lehre der vier Elemente scheint älter zu sein, als man auf Anhieb glaub. Wir finden ihre Wurzeln in der Antike des vorderen Orients und Griechenlands. Insbesondere die griechischen Philosophen widmeten den uns vier bekannten Elementen Ihre Aufmerksamkeit und arbeiteten diese stärker heraus. Zu erwähnen sei hier Empedokles, dem es gelang, das Wesen der vier Elemente näher zu deklarieren. Denn er ging davon aus, dass die Eigenschaften, durch welche sich die Elemente kennzeichnen, unveränderbar und fortwährend seien und durch deren gegenseitige Vermischung, eine Vielfalt an neuen Stoffen möglich wäre. Bei diesen vier Elementen handelte es sich nicht nur um die vier Aggregatzustände der Stoffe unseres heutigen Periodensystems. Die uns vier bekannten Elemente wurden wie folgt deklariert:

Element        geistige Zuordnung
Feuer          Zielstrebigkeit, Ehrgeiz, Engagement
Wasser      sanft, nachgiebig, weich
Erde          gefestigt, starr, beständig
Luft          quirlig, flexibel, veränderbar

„Dieser Stein  (Erde)
ward erschaffen aus Feuer,
Luft und Wasser.“
Der Sohar, Ernst Müller

Empedokles ging einen Schritt weiter, denn er ordnete die Vier Elemente „Göttern“ zu und ordnete diesen, bestimmte Eigenschaften zu. Auf dieser Grundlage stellte er den Bezug zum menschlichen Mikrokosmos dar, indem er davon ausging, dass die vier Elemente auch im Menschen vorherrschen. Im Falle einer Krankheit sollte es sich nach Meinung von Empedokles um ein Ungleichgewicht der Elemente im menschlichen Organismus handeln. Die Vier-Elemente- Lehre entwickelte sich weiter, denn weitere griechische Philosophen richteten ihr Augenmerk auf diesen Wissensbereich und ergänzten die Lehre um das Wissen, dass es sich bei den Elementen nicht nur zum Zustände handele, sondern um stetig fortlaufende Prozesse bzw. Kreisläufe. Die weitere geschichtliche Entwicklung der Elemente-Lehre verdanken wir u.a. Alexander dem Großen, der dafür sorgte, dass sich griechische Erkenntnisse mit dem ägyptischen Wissen verband.

Denn erst an dieser Stelle in der Geschichte wurde der Lehre eine tiefgehende Bedeutung beigemessen. Die Ägypter verbanden ihre chemischen Errungenschaften mit dem Wissen der Esoterik. Und so geschah es auch in dem Fall der vier Elemente. Man ordnete bestimmten Metallen Elementeigenschaften zu und versuchte auf diese Weise Einfluss auf den Menschen zu nehmen. Im weitern Verlauf der Geschichte gelangte das Wissen über Arabien bis nach Europa und wurde hierzulande zur geheimen Wissenschaft der Alchemie und schließlich zur heutigen Chemie.

Nicht nur in der Esoterik spielen die viel Elemente bis heute eine tragende Rolle. Besondere Befürworter der vier Elemente waren unter anderem Rudolf Steiner wie auch Franz Bardon. Diese nahmen speziellen Bezug auf die uns umgebenden feinstofflichen Welten und verwiesen auf die dort in unterster Ebene ebenfalls vorhandene vier Elemente. Folgen wir deren Behauptungen, so müssten wir den vier Elementen direkt in unseren Körpern begegnen. Denn, wenn die vier Elemente in den feinstofflichen Welten vorhanden sein sollten, so muss eine Abbildung der feinstofflichen Welt auch in unserem physischen Körper vorhanden sein! Blicken wir in unseren physischen Körper und zugleich auf unsere Psyche, so treffen wir auf verschiedene Ansichten des menschlichen Körpers und seiner psychischen Eigenschaften, welche sich an die vier Elemente anlehnen lassen.

Element         Körperliche Sicht            Psychische Sicht
Feuer              Rotes Blut                       Temperament, Kraft, Wille, Wut
Luft                Atemluft der Lungen       Leichtigkeit, Gedankenlosigkeit    
Wasser          Körperflüssigkeiten         Ruhe, Emotion, Unterbewusstes
Erde               Materie des Körpers        Bodenständigkeit, Naturverbundenheit

Diese Tabelle lässt sich natürlich beliebig durch weitere Beispiele erweitern. Das Hauptaugenmerk aus dieser Tabelle sollte sich auf bestimmte Charakterzüge im Menschen beziehen, die sich durch den menschlichen Körper und seine Psyche äußern. Auch in unsere Sprache hat sich die Bedeutung der Elemente unbewusst verankert. So reden wir z.B. manchmal von „Zornesröte“, „Funkeln in den Augen“, „Geistesblitz“  oder „kreidebleich“. In den ersten drei Fällen ist natürlich vom Feuerelement die Rede – das sich auf unser Gemüt unterschiedlich auswirken kann. Während das Feuerelement in seiner groben Form niedere Emotionen in uns wecken kann, weckt es bei den funkelnden Augen eine Begierde in uns und kann uns zu neuen Ideen durch den Geistesblitz animieren. Kreidebleich hingegen symbolisiert eine Andeutung auf das Erdelement. In dieser Definition wirkt der Mensch leblos, wie vom „Geist verlassen“. 

Die Kraft – nämlich das Feuer ist aus den Gliedern gewichen und es bleibt eine unbelebte – eben kreidebleiche Materie zurück. Ein „leichtsinniger“ Mensch hingegen hat eine Übermacht des luftig-leichten Elementes in sich. Wir könnten auch sagen, dass die Vier Elemente vier bestimmten Energieeigenschaften gleichen. Während wir natürlich auf materieller Sicht den Elementen in physischer Form begegnenden, können wir sie wie bereits erwähnt auch in unseren Emotionen und Gefühlen wiederfinden. Betrachten wir speziell die psychischen Eigenschaften der Elemente, so treffen wir in jedem Element zwei Charakterzüge ein und desselben Elementes. Ein Mensch, der sich im Einflussbereich des Feuerelementes befindet, mag voller Tatkraft sein, auf der anderen Seite hat er in seinem Leben mit der Negativseite des Elementes zu kämpfen. Denn Wut, Aggressionen und Neid können ihn von innen aufzehren. Im gleichen Fall verhält es sich mit den übrigen Elementen. Denn jedes Element zeigt sich in unserer polaren Welt (positiv/negativ) auf zwei verschiedene Weisen.

Wie können wir an den Elementen arbeiten?

Wer die Problematik der Elemente erkannt hat, wird sich die Frage stellen, wie er selber an den Elementen in sich arbeiten kann. Wirft man einen Blick auf Franz Bardon, so schlug uns dieser vor, uns in Gedanken in jedes Element zu versetzten und darüber zu meditieren. Das ist mit Sicherheit ein erster und guter Schritt. Gedanklich kann man dies anstellen, in dem man sich selber geistig in jedes Element versetzt. Ich rate nicht an einem Tag alle Elemente durchzuarbeiten, sondern diese schrittweise zu studieren. Dazu schließt man die Augen und stellt sich vor mitten in diesem Element zu verweilen. In so einer Sitzung wird man gedanklich eins mit diesem Element. Man spürt dessen Kraft in sich selber wirken und verschmilzt sozusagen mit dieser Energie. Denn letzten Endes handelt es sich über ein gewisses Energiepotential, über das man bei diesem Vorgehen meditiert. Versuchen Sie dabei mit dem Element in Einklang zu kommen. Es soll uns keinesfalls beherrschen und in uns toben – das Ziel dieser Übung ist es, das Energiepotential der Elemente zu erspüren. Im Alltag allerdings ist es wichtig, darauf zu achten, ob uns die Elemente beherrschen. Das heißt, wir müssen anfangen bewusst Herr unserer Sinne zu sein. Die uns umgebenden Elemente dürfen uns keinesfalls anleiten – sondern wir müssen uns ihrer bewusst sein. Und das bedeutet Arbeit an uns selbst!

Speziell in Stresssituation finden wir uns im einstudierten Alltagsverhalten wieder. Wenn wir „gestresst“ sind, vergessen wir oftmals alle guten Vorsätze und handeln aus der Intuition heraus, die uns oftmals aufzeigt, dass wir uns von alten Verhaltensmustern anleiten lassen. Ich hatte bereits in der Ausführung des inneren Kompasses darauf hingewiesen, an seiner eigenen Bilanz zu arbeiten. Ebenso verhält es sich mit unseren vier Elementen, die uns Menschen verinnerlicht wurden, um die Reise durch die materielle Welt zu vollführen. Uns wurden Eigenschaften verliehen, die uns in alle Höhen unserer Gefühlswelten führen können, welche uns aber ebenso in die tiefsten Depressionen zu stürzen vermögen. Es ist unser aller Anliegen unsere Emotionen, die nichts anderes als Energiequalitäten unserer Seele darstellen, im Gleichgewicht zu halten. Es empfiehlt sich nachhaltig auf die eigenen Gefühle und Emotionen zu achten.

Wer die eigenen Gefühle und Emotionen nicht aktiv verfolgen kann, dem bietet es sich an, ein Tagebuch zu führen, in das man regelmäßig die erlebten Empfindungen eintragen kann. Schon nach kurzer Zeit wird sich anhand solcher Notizen in dem Niedergeschriebenen ein Energiebild der eigenen Seele abzeichnen. Dazu gehören natürlich alle Gefühlsregungen – die guten wie die schlechten. Denn immerhin sind es die schlechten, die erlöst werden möchten. Bei dieser Arbeit braucht man enorm viel Disziplin und Feingefühl. Disziplin im Hinblick auf die aktive Einflussnahme auf die herrschenden Kräfte in uns und Feingefühl diesbezüglich, weil man alle Gefühlsregungen bis ins Detail zur Kenntnis sollte. Oft sind Gefühle in unserem Inneren tief verankert und verfolgen uns ein ganzes Leben lang, ohne, dass wir ihnen bislang große Aufmerksamkeit geschenkt haben.

Man wird sich wundern, aber meistens sind es immer wieder Abbildungen ein und desselben Gefühls, das an uns lastet. Nur die Form also die „Verpackung“ dieses Gefühls ändert sich – die Quelle jedoch bleibt stetig die gleiche. Hat man das ursprüngliche Gefühl jedoch erfasst, so findet man sich an der Quelle seines eigenen Problems wieder. Meistens sind die unerlösten Gefühle elementarer Natur, die wir unbewusst in unsere Umwelt übertragen. Da es etwas schwierig ist, dieses Problem an der Wurzel zu packen, möchte ich es mit folgendem Beispiel belegen. Angenommen im Alltag beschleicht uns ständig das Gefühl des Neides – dieser Neid ist wie gesagt schleichend und nicht immer präsent und zeigt sich gelegentlich bestimmten in Situationen, so kann die Wurzel eine ganz andere sein, als es uns scheint. Denn in unserem Herzen hat sich einst dieses Gefühl eingeschlichen, dass sich im Prinzip immer gegen uns selber richtet!

Dieses Gefühl stammt aus der Tiefe unserer Seele und weißt uns auf ein elementares Problem unserer Seele zu unserem Ursprung hin! Und dieser Ursprung ist keinesfalls unsere derzeitige Umwelt, sondern die Differenz unserer Seele mit unserer göttlichen Herkunft. Dessen sind wir uns im Alltag keineswegs bewusst, weil niemand dahingehend denkt und neidische Gefühle seinen Mitmenschen gegenüber auf seine geistigen Wurzeln auslegt. Mehr oder weniger ist jedoch der Alltag nur ein Abbild unseres Innenlebens und weißt auf die derzeitigen Differenzen zwischen unserer Seele und unserer geistigen Herkunft. Beginnt man jedoch aktiv an seinen eigenen Gefühlen zu arbeiten, erkennt man viele unschöne Ausprägungen darin, die ausgeglichen werden möchten. Wir müssen weder leichtsinnig, wütend, starr oder nachgiebig durch die Welt laufen, sondern können uns im Inneren in Balance üben. Das erfordert jedoch Ausdauer und Mut sich seiner hässlichen Seite zu stellen.

Die vier Elemente scheinen uns zu umgeben und zu beherrschen. Blicken wir auf die Naturkatastrophen unserer Zeit oder unsere eignen unkontrollierbaren Gefühlsausbrüche, sehen wir uns ihnen ganz machtlos ausgesetzt. Wie können wir behaupten, wir könnten über die irdischen vier Elemente herrschen, wenn wir nicht einmal in der Lage sind, unsere eigenen Emotionen im Zaum zu halten? Ein Mensch, der anfängt, seine eigenen Regungen bewusst wahrzunehmen und diese als Teil seines Selbst zu akzeptieren, beginnt erst die Kontrolle über sich selbst zu erlangen. Dass die Vier Elemente mehr sind, als die Verbindung von Atomen müsste an dieser Stelle einleuchtend sein.

Denn diese stellen bestimmte Energiequalitäten dar, die in unserer Aura, unserer Psyche und unserem materiellen Körper walten. Wer nun denkt, dass die vier Elemente esoterischer Humbug sind, der wird darüber erstaunt sein, dass selbst in der Bibel die vier Elemente erwähnt werden. In folgenden Passagen der Bibel wird darüber berichtet, wie sich der Mensch aus den vier Elementen zusammensetzt. Jedes Element hat verfügt an folgenden Stellen über bestimmte Energiequalitäten, die nacheinander den Menschen aufbauen und anschließen vervollständigen. Während wir jedoch aus esoterischer und philosophischer Sicht auf den ständig herrschenden  Kräfteausgleich der Elemente hinweisen, geht die Bibel jedoch einen Schritt weiter und zeigt die Elemente nicht nur als Bestandteile unseres Selbst sondern auf einen ablaufenden Prozess der Elemente von Erde > Wasser > Luft > Feuer.

Der menschliche Geist durchläuft demnach diesen Prozess, der Vollendung und gipfelt im Empfang des Feuerelementes in Form des Heiligen Geistes.

„Und Gott der HERR machte den Menschen
aus einem Erdenkloß, und blies ihm ein den lebendigen Odem
in seine Nase. Und also ward der Mensch

eine lebendige Seele.“ 1. Mose, 2, 7

Diese Zeilen stammen aus dem Buch Mose und zeigen unseren Leib eindeutig als einen Gegenstand, der aus dem Element Erde geschaffen wurde. Blicken wir auf die tatsächliche Zusammensetzung unseres Körpers, so besteht dieser wie bereits erwähnt aus Bioelementen wie Kupfer, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan sowie Wasser. Die gleichen Bioelemente finden wir in dem Element Erde. Es scheint an dieser Stelle wunderlich zu klingen, aber die Aufteilung der Erdoberfläche in 70 % Wasser und 30 % feste Bestandteile ähnelt auf identischer Weise der im menschlichen Körper! Nachdem wir davon ausgehen können, dass trockene Erde zu Staub zerfallen würde, wenn wir etwas daraus formen würden, können wir davon ausgehen, dass mit einem „Erdenkloß“ ein Gegenstand gemeint ist, der auf die Verbindung mit dem Element Wasser hinweist. Wasser ist demnach jenes Element, dass der Erde dient, um sie zu binden und sie formbar zu machen. Ohne dem Element des Wassers wäre die Materie der Erde starr und brüchig. Im zweiten Teil dieser Aussage treffen wir auf den Begriff Odem, der dem Menschen in die Nase geblasen wird.

Die Nase ist hier nicht ganz unbedeutend, denn diese Verbindet uns sozusagen mit der Luft. Halten wir uns die Nase zu, so bekommen wir nach kurzer Zeit den Drang zu atmen. Der Odem, der uns über das Element Luft eingehaucht wird, symbolisiert an dieser Stelle den Geist, der uns einverleibt wurde. Erst die Verbindung der Elemente Erde, Wasser und Luft macht den Menschen zu einem „lebendigen Organismus“. Jeder, der schon mal, in die Augen eines Toten geblickt hat, merkt den Unterschied, zu einem lebendigen, beseelten Körper. Während die Augen eines toten Menschen leer sind und jeglicher Lebensfunke fehl, erzählen lebendige Augen Bände.

Das Element Wasser wird jedoch auch namentlich in der Bibel erwähnt. Es findet sich mehrfach an verschiedenen Stellen der Bibel wieder. Eine ganz besondere Bedeutung wird dem Wasser in der Schöpfungsgeschichte beigemessen. Aber nicht nur die Bibel erzählt von dem Element des Wassers, denn auch in den indischen Veden spielt das Wasser in der Schöpfungsgeschichte eine besondere Rolle. Blicken wir auf das Entstehen eines Menschen im Mutterleib, so schwimmt auch der Fötus im Frucht- Wasser, bis er schließlich in die Welt eintaucht. Setzt man Samen in die Erde, so keimen diese nur unter der Voraussetzung, dass ihnen Wasser zugefügt wird. Samen können durchaus auch ohne Erde keimen, in dem Sie in einem Behälter bewässert werden. Wir sehen, dass Wasser unabdingbar ist für den Prozess der Entstehung. Wasser ist jenes Element, welches auf der Erdoberfläche vorherrscht. Das sehen wir unter anderem an der Betrachtung unseres Planeten. Denn seine Erscheinung vom Weltall gesehen ist vorwiegend blau. Die Taufe ist das Sakrament, welches uns an das Element Wasser erinnern soll:

„Ich taufe euch mit Wasser zur Buße;
der aber nach mir kommt,
ist stärker denn ich,
dem ich nicht genugsam bin,
seine Schuhe zu tragen;
der wird euch mit dem Heiligen
Geist und mit Feuer taufen.
Joh 1.26-27

Während das Wasser jenes Element darstellt, welches uns zur Buße anhalten soll, ist es das Feuer, welches dem Wasser folgt. Was passiert aber während der Buße? Die Buße kann mit der Annäherung zu Gott assoziiert werden. Es ist die Abwendung von der Sünde. Somit gleicht dem Element des Wassers das Reinwerden. Das Wasser ist jenes Element, dass den Schmutz von unserem Körper wäscht. Es reinigt uns aber nicht nur körperlich, sondern innerlich unseren Geist. Durch das Element des Wassers wird sozusagen unser Geist rein von jener Last, die uns von Gott fern hält.

Nehmen wir Bezug zu dem Wesen des Wassers als Element zur Entstehung von Leben, so könnte man Wasser als feinstoffliches Element damit assoziieren, dass es uns dazu anleitet unsere Seele zu erwecken und in der Gegenwart Gottes zu erwachen. Ist dieser Vorgang sozusagen beendet, kommt das nächste Element zum Tragen – und dieses ist das Feuer. Das Element Feuer symbolisiert in der Bibel den heiligen Geist. Die Reihenfolge der obigen Bibelpassage ist nicht außer acht zu lassen. Denn das Feuerelement folgt chronologisch dem Wasserelement. Der Heilige Geist ist sozusagen die Vollendung unseres Menschseins, die Vervollkommnung unseres irdischen Lebens.

In dem Feuerelement drückt sich sowohl Stärke, Wille wie auch der göttliche Funke in uns aus, der erst dann in uns einzutreten vermag, wenn wir uns innerlich Gott durch das Wasserelement zuwenden. Die Wirkung des Feuerelements wird an folgenden Passagen der Bibel begreifbar:  „Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen. (Matthäus 3.11) 

Und sie wurden alle vom Heiligen Geist
und begannen,
in fremden Sprachen zu reden,
wie es der Geist ihnen eingab.“
Apostelgeschichte 2, 2-3

Ganz deutlich erkennen wir hier die Wirkung des Heiligen Geistes/Feuers, der sich durch die Menschen artikuliert. Er führt sozusagen den Menschen durch sein weiteres Leben, gibt ihm Impulse und drückt sich in ihm durch den Willen Gottes aus. Das Feuer symbolisiert den Heiligen Geistes und somit eine unermesslich starke Energieform, die aus den göttlichen Sphären stammt und sich in unserer materiellen Welt nur in verhüllter Form darstellt. In unserem heutigen Sprachgebrauch würden wir sagen, dass Menschen, in denen das Feuerelement zur höchsten und reinsten Entfaltung gekommen ist „erleuchtet“ sind. Auch das Wort „erleuchtet“ signalisiert eine hohe Energieform des Lichtes und des Feuers. In diesen Menschen drückt sich das Feuer in Form des Heiligen Geistes aus. Während sich das Feuerelement in seiner niederen Ausprägung in Wut oder Aggressionen äußert, wird es hier zu einer reinen Kraft der Nächstenliebe und der Hingabe an die Schöpfung Gottes.

Wir können davon ausgehen, dass die vier Elemente zu unseren Lebzeiten alle gleichzeitig auf uns einwirken, während sie in niederer, unbewusster Form unser Innerstes völlig aus der Bahn werfen können, erhöhen sie zugleich unser Bewusstsein in neue Höhen, wenn wir uns ihrer voll und ganz bewusst werden. Zusammenfassend sei hier zu erwähnen, dass die vier Elemente sowohl in unserem weltlichen wie auch in unseren feinstofflichen Körpern existieren und es unsere Aufgabe ist, diese zu erfahren und miteinander in Einklag zu bringen. Fangen wir an, uns dessen bewusst zu werden, dass in uns Kräfte walten und geeinigt werden möchten, so fängt in uns der Prozess, der Elemententwicklung an.

Denn wenn wir beginnen die Elemente in kleiner Form zu erfahren und vor allem zu lenken, beginnt in uns selber ein neuer Lebensabschnitt, der uns in die nächste Stufe des Kreislaufs der Elemente führt. Indem wir, die uns einverleibten Elemente harmonisieren, beginnt in uns der „Prozess des Wassers“ – wir fangen an Emotionen wahrzunehmen, unser Unterbewusstes wahrzunehmen und uns auf Gott einzulassen. Wer diese Stufe gemeistert hat, den erwartet der Prozess des Feuers, dessen Bewusstsein schließlich in das Eintauchen mit dem Heiligen Geist vollführt wird.

Man könnte meinen, jeder Mensch durchläuft diesen Prozess nur für sich allein. Aber dem ist weit gefehlt. Wir sind energetische Wesen und geben unsere Energie energetisch an unsere Umwelt weiter. Wer sich im Alltag mit seinen Mitmenschen austauscht, tauscht auch Energie mit aus. Wer geistig an seinem Energiekörper gearbeitet hat, gibt diese Energie und sein Potential durchaus an seine Umwelt weiter und ist für die täglichen niederen Schwingungen, die auf ihn eintreffen energetisch vorbereitet. Wer jedoch nicht an sich arbeitet und bzw. von Depressionen verfolgt wird, läuft Gefahr für niedere Energien offen zu sein und diese in sein Energiefeld aufzunehmen. Aus diesem Grund suchen ratlose Menschen oft nach Mitmenschen, die ihnen Rückhalt in Form von beständiger Energie, geben.  Das bedeutet im Rückkehrschluss, dass wir alle in einem Boot sitzen. Wir durchlaufen einen gewaltigen, gesamten Prozess der vier Elemente (Makrokosmos), jeder aber durchläuft individuell (Mikrokosmos) die vier Elemente für sich selber. Das Ziel ist jedoch für alle das gleiche – die Meisterung der vier Elemente in uns. Sind wir Herr über uns selbst, so sind wir auch innerlich im Einklag mit der Welt, Gott und seiner Schöpfung.

Quelle Fotos: pixabay.com