Sicherheit – schon vor der Geburt?
Was für ältere Generationen früher kaum denkbar war, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Wer sich über die Identität des Vaters sicher sein möchte, kann jederzeit eine DNA-Analyse durchführen lassen, sofern beide Elternteile einverstanden sind.
Ein noch weiter vorgreifender Schritt bei der Feststellung der Vaterschaft ist der pränatale Vaterschaftstest. Durch die Entnahme von Fruchtwasser kann bereits während der Schwangerschaft die Vaterschaft überprüft werden.
Pränatale Untersuchungen
Dieses stark umstrittene Verfahren ist bislang nicht im privaten Rahmen gestattet, kann also nicht auf persönlichen Wunsch durchgeführt werden, es sei denn, es liegt eine Straftat vor. Solche Aufträge werden im konkreten Fall von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben. Ein weiterer Fall, in dem diese Untersuchungen sogar angeraten werden, sind Schwangerschaften bei Frauen über 35 Jahren. Da diese zu den Risikoschwangerschaften gehören, ist für diese eine pränatale Fruchtwasseruntersuchung empfehlenswert, da das Risiko des Down-Syndroms bei dem Kind erhöht ist.
Möglich ist die Fruchtwasseruntersuchung ab der 15. Schwangerschaftswoche. Der Gebärmutter wird dann eine Probe des Fruchtwassers entnommen. Dies dauert nur einige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei. Dem Fruchtwasser werden daraufhin in einem speziellen Labor Zellen entnommen und zur DNA-Analyse vorbereitet. Allerdings geht mit dieser Untersuchung auch ein enormes Risiko einher. So kann durch die Entnahme des Fruchtwassers die Gebärmutter verletzt werden, was vereinzelt zu einer Fehlgeburt führt. Dies stellt sowohl für den Fötus als auch für die werdende Mutter eine hohe Gefahr dar. Durch minimale Verletzungen kann es zu einer Infektion, einer Blutung oder einem Blasensprung kommen, die dann die Fehlgeburt verursachen.
Vaterschaft besser hinterher klären
Da dieses Verfahren jedoch bereits im Falle eventueller erbbedingter Erkrankungen wie dem Down-Syndrom umstritten ist, trifft dies noch mehr für den persönlichen Wunsch der Vaterschaftsfeststellung zu. Die moralischen Einwände gegenüber einer DNA-Analyse Vaterschaft vor der Geburt gehen von einer grundsätzlichen Verletzung des ungeborenen Lebens aus, das es zu schützen gilt. Während einige Wissenschaftler häufig ein Vorantreiben dieser Technologien zur Früherkennung von Krankheiten und Behandlung von Krankheiten fordern, stehen andere dieser Entwicklung höchst kritisch gegenüber. Zwar kann die Forschung auf diesem Gebiet von den Erkenntnissen in der Frühdiagnostik profitieren, sie bildet aber auch die Grundlage für eine Entscheidungsfindung und kann ausschlaggebend für einen Schwangerschaftsabbruch sein.
Bislang sind vorgeburtliche Vaterschaftstest bis auf wenige Ausnahmen somit nicht möglich, werdende Mütter und Väter sind daher auf Tests ab der Geburt des Kindes angewiesen. Ein sicherer Vaterschaftstest kann bereits bei Neugeborenen - nach Absprache mit dem Arzt – erfolgen. Diese Tests sind risikofrei für die Mutter und das Kind, es benötigt hierzu lediglich der Entnahme von Mundschleimhaut, Blutproben oder Haaren und kann jederzeit durchgeführt werden.